gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH
gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages

Projektbeschreibung

medizinische Fachrichtung(en)
Anästhesiologie, Notfallmedizin, Präklinische Akutversorgung

Keywords
Telemedizin, Rettungsdienst, Qualitätssteigerung, Notfallversorgung

Versorgungsebene(n)
Notfallmedizin

Zielsetzung(en)
• Entwicklung eines Telemedizinischen Rettungsassistenzsystems für den Rettungsdienst in Nordrhein-Westfalen • Aufbau einer Telenotarzt-Zentrale zur Sicherstellung einer flächendeckenden, zeit- und ortsunabhängigen Verfügbarkeit notärztlicher Kompetenz • Zusätzliche informationstechnologische Vernetzung zwischen der Telenotarzt-Zentrale und weiterbehandelnden Einrichtungen • Einjährige Evaluation des Telemedizinischen Rettungsassistenzsystems in fünf Rettungsdienstbereichen in Nordrhein-Westfalen

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Szenario

Beschreibung
Beispielhaftes Szenario mit Einsatz des TemRas-Systems: Ein älterer Herr ruft die 112 an und meldet, dass seine Ehefrau seit einiger Zeit über Schmerzen in der Brust klagt. Die Leitstelle alarmiert Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug. Auf der Anfahrt erfährt das Rettungsteam, dass der Notarzt erst später eintreffen wird, da er noch in einem anderen Einsatz gebunden ist. Aber: Bis zu seinem Eintreffen steht der Telenotarzt per Mobilfunk zur Verfügung.

In der Wohnung der Patientin angekommen legen die Rettungsassistenten nach einer ersten Anamnese einen intravenösen Zugang und versorgen die Patientin mit Sauerstoff. Sie wird in Oberkörperhochlagerung gebracht. Die Rettungsassistenten schließen die Monitoring-Einheit an und überwachen EKG, Pulsoxymetrie und Blutdruck. Während einer der Rettungsassistenten Kontakt mit dem Telenotarzt aufnimmt, werden die an der Einsatzstelle erhobenen Daten über das Telemedizinische Rettungsassistenzsystem automatisch und verschlüsselt an die Telenotarzt-Zentrale übermittelt.

Der Monitor des Telenotarztes zeigt die Vitalparameter der Patientin und das angelegte 12-Kanal-EKG. Per Mobilfunk erhält der Telenotarzt von einem Rettungsassistenten darüber hinaus alle behandlungsrelevanten Patientendaten. Auf Basis der ihm vorliegenden Daten und entsprechender medizinischer SOP veranlasst der Telenotarzt, der Patientin die notwendigen Medikamente zu verabreichen. Bei Eintreffen des alarmierten Notarztes sind die Beschwerden der Patientin deutlich gelindert. Rettungsassistent und Telenotarzt übergeben die Behandlung an den Kollegen vor Ort. Das Rettungsteam bereitet die Patientin für den Transport vor. Zeitgleich nimmt der Telenotarzt die Auswahl der Zielklinik und die Vorankündigung vor und übermittelt die Einsatzdokumentation sowie das geschriebene EKG an den aufnehmenden Arzt.

Gemeinsam mit den Rettungsassistenten wird die Patientin für die notwendige Herzkatheter-Intervention in die aufnahmebereite Klinik transportiert. Aufgrund der exakten Informationen kann dort noch vor Eintreffen der Patientin alles optimal vorbereitet werden.

Informationsgewinnung und -übertragung
Telefon, Foto- und Videokamera, Defibrillator mit EKG-Funktion, GPS

Informationsempfänger und -verarbeitung
Telenotarzt-Zentrale (Behandlung und Dokumentation), Leitstelle (Disposition der Einsatzmittel und Dokumentation), Notaufnahme (Weiterbehandlung)

abgeleitete Maßnahmen
Behandlung des Patienten, Voranmeldung in Kliniken, Dokumentation

zusätzliche Maßnahmen
keine

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Beteiligte und Teilnehmende

Beschreibung der Zielgruppe
Notfallpatienten im Rettungsdienst

Einschlusskriterien
Der Rettungsassistent entscheidet anhand des medizinisches Schweregrades und der Komplexität des Einsatzgeschehens, ob ärztlicher Rat und Expertise erforderlich sind. Ist dies der Fall, kann er unabhängig vom konkreten Krankheitsbild, Geschlecht oder Alter des Patienten die Telekonsultation durchführen. Der Patient muss nach mündlicher Aufklärung in die Datenübertragung einwilligen, bevor diese initiiert wird. Bei minderjährigen Patienten müssen dazu die Sorgeberechtigten einwilligen.

Ausschlusskriterien
psychiatrische Notfallpatienten

teilnehmende Leistungserbringer
Krankenhaus, Medizinisches Versorgungszentrum, Rettungsdienst

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer
Keine Angabe durch den Projektträger

Einzugsgebiet für Versicherte/Patienten
Nordrhein-Westfalen

geplante Anzahl Versicherte/Patienten
500

erreichte Anzahl Versicherte/Patienten
350

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherte/Patienten
Disposition eines TemRas-RTW

Anreizsysteme für Versicherte/Patienten
Keine Anreizsysteme

Form der Einbindung von Versicherten/Patienten
Patientenaufklärung und -einwilligung, Befragung

Vertragspartner
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen, Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik RWTH Aachen, P3 communications GmbH, Philips Healthcare, 3M Medica, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF)

Weiterführende Informationen
Keine Angabe durch den Projektträger


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Evaluation

Durchführung einer Evaluation
Laufend

Typ der Evaluation
Medizinisch, Technisch, Usability, Compliance

Ziele der Evaluation
Keine Angabe durch den Projektträger

Durchführende Organisation(en)
Keine Angabe durch den Projektträger

Art/Typ des Evaluationskonzepts
Keine Angabe durch den Projektträger

Art des Evaluationsdesigns
Keine Angabe durch den Projektträger

Art der verwendeten Daten
Keine Angabe durch den Projektträger

Evaluationsergebnisse
Keine Angabe durch den Projektträger


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PICO-Fragen

Hierzu liegen keine differenzierten Angaben des Projektträgers vor.

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Rechtsgrundlage

vorhandene Rechtsgrundlage
Öffentliche Förderung

angestrebte Rechtsgrundlage
Noch nicht bekannt

genutzte(s) Förderprogramm(e)
Programmname: Ziel2.NRW
Programmvolumen:
Förderkennzeichen:

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Technik

eingesetzte technische Komponenten
Defibrillator mit EKG-Funktion Übertragungseinheiten Videokamera Smartphone Headset Thermodrucker Bluetooth-Stethoskop Computer & Netzwerk Peripherie

eingesetzte semantische Standards
Keine Angabe durch den Projektträger

eingesetzte technische Standards
Keine Angabe durch den Projektträger


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A = Gesamtprojektleitung
B = Ärztliche Projektleitung

Projektlaufzeit
01.08.2010 bis 31.07.2013

Projektwebsite
zur Website

Kostenträger

Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)


Lehrstuhl für Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen


Klinik für Anästhesiologie der Uniklinik RWTH Aachen


P3 communications GmbH


Philips Healthcare


3M Medica


Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (MIWF)

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